, Gottschalk Matthias

Stoneman Arduenna solo an einem Tag

Mein Stoneman-Abenteuer in Belgien

Der „Stoneman“ steht für eine Mountainbike-Langstrecken-Serie. In fünf Ländern (Italien, Österreich, Schweiz, Belgien und Deutschland) ist eine landschaftlich reizvolle Strecke mit etwa 160 Kilometern und 4500 Höhenmetern ausgeschildert. Man hat die Wahl, dies an einem Tag (Gold), zwei Tagen (Silber) oder drei Tagen (Bronze) zu absolvieren. Gefahren wird individuell im eigenen Tempo nach vorheriger Anmeldung. Dafür bekommt man den GPS-Track und wahlweise ein Starterpaket und eine Steintrophäe. Als Nachweis der Leistung gilt es, eine Plastikkarte an verschiedenen Kontrollstellen abzustempeln. Der Name Stoneman rührt daher, weil der ehemalige Radprofi Roland Stauder seine Lieblingsstrecke in den Dolomiten mit kleinen Steinmännchen markierte.

Ich habe schon seit Längerem den Stoneman „Arduenna“ in Belgien auf meiner „Bucket List“, und zwar in Gold. Im Jahr 2020 hatte ich bereits den Stoneman „Miriquidi“ in Deutschland und „Glaciara“ in der Schweiz absolviert. Insbesondere der Letztere ist mit atemberaubenden Aussichten im Gedächtnis geblieben. Anfang Mai war es dann soweit und ich fuhr mit dem Dachzelt Richtung Belgien. Da niemand mit auf das Abenteuer wollte, war ich alleine unterwegs. Bei bestem Wetter quartierte ich mich auf dem Campingplatz „Hohenbusch“ für die nächsten drei Nächte ein. Den Standort hatte ich gewählt, weil es von hier nicht weit bis zur Stoneman-Strecke ist. Am Abend gab es erst einmal sehr leckere belgische Fritten.

Tag 1 diente erst einmal zur Erkundung der Gegend und Abholung des Starterpaketes bei der Bäckerei „Sti’ne“ in Burg-Reuland. Abends liefen dann die Vorbereitungen, den Rucksack mit allem Nötigen (Gels, Riegel, Pulver, Werkzeug, Reparaturmaterial, Stempelkarte) zu packen und das Rad einem letzten Check zu unterziehen. Alles bereit, alles klar, ab ins Bett!

Am Tag 2 ging das Abenteuer um 6 Uhr los. Es lagen 180 Kilometer und 4000 Höhenmeter vor mir. Mal schauen, wie es wird. Beim Stoneman ist es wirklich toll, ein wenig von der Region zu sehen und auch mit Menschen ins Gespräch zu kommen, insbesondere wenn man alleine unterwegs ist. Da Belgien nicht groß ist, bin ich in den äußersten Norden mit dem „Hohen Venn“ in der Nähe von Aachen und den äußersten Süden in „Ouren“, wo ich einen Grenzübertritt nach Luxemburg hatte, geführt worden. Es lief wirklich gut. Das Wetter war angenehm sonnig mit ein paar Wolken. Bei etwa der Hälfte in Bütgenbach habe ich meine drei Flaschen in einer Touristeninfo aufgefüllt. Für größere Pausen war keine Zeit, da ich vor 18 Uhr bei der Bäckerei „Sti’nes“ sein wollte, um meine Steintrophäe abzuholen. Leider kippte das Wetter auf den letzten 30 Kilometern und es wurde richtig unangenehm mit Starkregen und Orkanböen. Keine gute Kombination im Wald. Das konnte mich aber nicht davon abhalten, rechtzeitig bei der Bäckerei einzutreffen und die ersehnte Steintrophäe in Gold in Empfang zu nehmen. Durch den Regen und den damit verbundenen Schlamm haben Mensch und Material ganz schön gelitten. Die Dusche am Abend war eine Wohltat. Als Belohnung gab es am Abend einen riesigen saftigen Burger mit einem Haufen belgischer Fritten. Was für ein Tag!

Am nächsten Vormittag ging es dann wieder mit Sack und Pack nach Hause. Nach diesem Abenteuer sind es jetzt nur noch zwei Stoneman in Italien und Österreich auf meiner „Bucket List“. Mal schauen, was nächstes Jahr geht.

In diesem Sinne allzeit gute Fahrt!